Metamorphosis

Manchmal sind es die ganz kleinen Dinge.

Kleines Ding? Damit meine ich ursprünglich die Tatsache, dass ich einen neuen Kurs gebucht habe, den „Happy Painting goes BIG!“ von Clarissa Hagenmeyer. Neuland für mich, denn ich hatte noch nie überhaupt Acrylfarbe in der Hand geschweige denn je auf einer Leinwand was gepinselt. Aber ich wollte, es zog mich quasi magisch an! Und hab mich so gefreut darauf und konnte es kaum erwarten, bis es endlich losging.

Und los gings – mit der ersten Lektion, Modul 1 – und ich hab gleich losgelegt und OMG ich war begeistert – was für ein Gefühl, die Vorbereitung der Leinwand, die Farben, alles, aber vor allem das Gefühl (ich hab ganz viel mit den Fingern gemalt, es fühlt sich *so* gut an) ich war hin und weg und malte wie es Lektion 1 so vorgesehen hat. Und konnte es dann kaum erwarten, bis zum Teil 2 (alle zwei Tage wurde eine neue Lektion freigeschaltet).

Als dann die zweite Lektion kam, geriet ich gleich komplett ins Wanken. Ich sollte alles übermalen! Neue Farben, neue Formen – Neues entstehen lassen. Und so sehr ich wollte, es *ging* einfach nicht. Ich war so hingerissen von meinem ersten Teil, dem Hintergrund, oh ich liebte den!! Übermalen? Nein. Ohje. Naja. Was also tun? Da ich wieder zwei Tage warten musste auf die nächste Lektion, hab ich mir kurzerhand eine neue Leinwand gekauft und von vorne begonnen. Dieses Mal würde ich von vorneherein wissen, in Schritt 2 male ich über, also?! Kein Problem! oder??? Tja – denkste!

Auch Bild 2 konnte ich nicht übermalen – das Bild gefiel mir fast noch besser als Bild 1. Also.. was hab ich gemacht? Ja.. kein Witz – ich hab noch eine Leinwand gekauft und hab nochmal gestartet.

Jetzt stehen VIER Leinwände hier in meinem Zimmer, die ich nach Teil 1 des Kurses einfach nicht übermalen kann. *ja, ich muss selber lachen*!!! Aber es ist so!! Es ging nicht. Ich zeige sie jetzt nicht, sie sind, auch wenn ich nicht übermalen konnte, noch nicht fertig. Entweder kann ich sie später übermalen oder… ich hab für alle vier so meine Ideen. Mal schauen. Sie sind noch nicht bereit, und ich auch nicht.

Aber!! Leinwand Nummer 5!!!!!

Mittlerweile hab ich alle Lektionen gesehen – alle zwei Tage eine – und ganz am Ende nochmal alles nacheinander am Stück. Es entspannt mich so sehr, Clarissa zuzusehn. Die Musik dazu. Die Stimmung. Der Prozeß der Entstehung und der Verwandlung. Es ist so schön!

Und auf Leinwand Numero 5 schrieb ich als Erstes „Happy – just for fun“ und dann..?

Dann lief es! Ich habe gemalt und gemalt. ich habe Kreise, Linien, Kurven gemacht, dicke und dünne Linien, ich hab ab und an mal was „gesehen“ – eine Blume, eine Schlange, ein Auge.. aber.. es fiel mir so leicht, alles fließen zu lassen, alles hat sich verändert und es fühlte sich jedes Mal SOOOO GUT an!! Ich konnte nicht aufhören. Ich konnte auch teilweise gar nicht sagen, bei welchem Teil der Lektion ich gerade war – wen interessierts auch? Ich hab gemalt.

Und als ich an den Punkt war, zu „sehen“ – was mach ich da, was will ich malen, was darf da entstehen, was darf sich zeigen? – da war es so plötzlich da, so klar und so ganz natürlich, es MUSSTE und es hat so laut Klick gemacht in meinem Kopf.

Alles hat sich gefügt. Und eigentlich sollte es ja Kursgemäß ein „Happy Painting“ werden, also mit Finelinern, Punkten, Kreisen, Kringeln.. und alles was in dieser Form da war, ist ganz ohne Nachdenken so im Fluß einfach verschwunden. Ohje, kein Happy Painting? Ich hatte kurz Bedenken, aber es genau das passiert, was sollte! Es wurde klar. Pur. Nackt. Es ist so wahr. Es ist einfach. Es ist ICH. Ich darf das so machen. Ich kann das so machen. Es ist gut und richtig so. Genau das ist es doch, worum es geht. Den eigenen Weg. Nicht stur nach Vorschrift. Nicht bestimmte Schritte, nicht bestimmte Optik. Es ist einfach alles erlaubt und es geht nur um mein Gefühl dabei und meinen eigenen, ganz eigenen Weg!!

Ja, es ist „Ich“ – damit meine ich, dieses Bild ist einfach nur ganz echt. Es ist aus mir heraus entstanden, aus einer leeren weißen Leinwand. Kein Plan, keine Zeichnung, mit freiem Kopf und ganz bei mir. Ich finde den Frauenkörper, wenn ich mir die Fotos so anschaue, auch so ganz bunt und mit Linien und allem, mega interessant und ziemlich genial (ich hab ein Video gemacht, in dem man die Veränderung toll nachvollziehen kann, siehe unten) – aber so sollte es einfach nicht werden, *mein* Bild. Es hat sich komplett verselbstständigt und ich war wie im Rausch. Und ja, das BIN auch ich. Ich sehe mich selbst in diesem Frauenkörper und ich bin stolz auf dieses Bild.

Metamorphosis – mein erstes Acrylbild

Ja, da ist es nun. Metamorphosis – mein erstes Acrylbild.

Den Namen trägt es nicht ohne Grund. Es hat weniger, aber auch, etwas mit dem Entstehungsprozeß des Bildes zu tun. Das Bild bin ich. Ja, ich. Ob mein Hintern nun genauso aussieht oder die Brust, ist damit nicht gemeint (aber es heisst ja der Kurs nicht umsonst „.. goes BIG“, also es ist definitiv mein Hintern *gg*). Aber es ist soviel mehr. Es ist meine Metamorphose.

Ich bin die Metamorphose. Inwiefern und wieso und weshalb, das würde hier zu weit führen und das ist mir auch zu privat, aber bin eine Andere geworden. Ich glaube an mich und ich passe besser auf mich auf, in vielerlei Hinsicht. ich bin sicher, aus diesem Grund hat sich dieses Bild auch genau so entwickelt, wie es passiert ist. Es passiert alles aus einem bestimmten Grund. Ich bin so dankbar, dass ich über Clarissa und das Malen gestolpert bin: ich bin sicher, dass das Malen ein wesentlicher Faktor für meine Veränderung ist. Es ist eine Form von Selbsttherapie. Alles darf sich zeigen. Alles ist gut, wie es ist. Es gibt kein Falsch. Ich darf alles sein. Traurig, wütend, schräg drauf – und sogar glücklich!

I am happy with happy painting und mit meiner „Metamorphosis“.

Und hier hab ich noch ein Video für Dich – der Weg der Metamorphose.